Privater Autokauf und Verkauf – Risiken minimieren und sicher handeln
Beim privaten Autokauf und -verkauf gibt es viele Risiken – aber mit den richtigen Schritten schaffen Sie Sicherheit. Im Folgenden finden Sie einen ausführlichen Ratgeber, wie Sie beim Kauf und Verkauf eines Autos von privat Risiken minimieren und alles richtig machen.
Privater Autokauf und Verkauf – Risiken minimieren und sicher handeln
Ob Sie Ihr Auto privat verkaufen oder einen Gebrauchtwagen erwerben – beide Seiten haben einiges zu beachten, um teure Fehler zu verhindern und ein faires Geschäft abzuschließen.
Was Sie beim Autokauf von privat beachten sollten
Beim privaten Autokauf haben Käufer keinen Anspruch auf Garantie und häufig wird die gesetzliche Gewährleistung im Vertrag ausgeschlossen („gekauft wie gesehen“). Deshalb ist es wichtig, Eigeninitiative zu zeigen und das Fahrzeug genau zu prüfen.
Praktische Tipps für Käufer:
Lassen Sie sich den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) zeigen.
Vergleichen Sie die Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN) mit allen Dokumenten und direkt am Fahrzeug.
Prüfen Sie TÜV- und AU-Berichte, Wartungs- und Reparaturrechnungen.
Sehen Sie sich Serviceheft und Bedienungsanleitung an.
Kontrollieren Sie das Fahrzeug auf Unfallschäden und fragen Sie nach Gutachten sowie Bildern dazu.
Machen Sie eine Probefahrt – idealerweise mit einer fachkundigen Begleitperson.
Achten Sie auf technische Mängel, abnormalen Verschleiß oder Anzeichen von Manipulationen.
Eine gründliche Prüfung des Autos vor Abschluss des Vertrags ist entscheidend. Bitten Sie im Zweifel eine Prüforganisation (DEKRA, TÜV etc.), das Fahrzeug professionell zu begutachten.
Der schriftliche Kaufvertrag als Absicherung
Ein schriftlicher Kaufvertrag ist Pflicht. Mündliche Absprachen gehören unbedingt mit in den Vertrag und sollten exakt dokumentiert werden. Nutzen Sie Vorlagen von ADAC oder HUK für einen rechtssicheren Vertrag.
Worauf im Kaufvertrag geachtet werden sollte:
Fahrzeugdaten (Hersteller, Modell, FIN, Kilometerstand, Erstzulassung, Halteranzahl etc.).
Angaben zum technischen Zustand, Ausstattung und Zubehör.
Versicherung der Unfallfreiheit bzw. korrekte Angaben zu Unfallschäden.
Ausschluss der Sachmängelhaftung („gekauft wie gesehen“) für Privatverkäufer.
Unterschrift von Käufer und Verkäufer sowie ggf. Bevollmächtigungsnachweise.
Ohne Vertrag laufen Sie Gefahr, später für nicht offengelegte Mängel oder Rechtsstreitigkeiten aufkommen zu müssen.
Besichtigung und Probefahrt – So gehen Sie sicher vor
Eine sorgfältige Besichtigung und Probefahrt sind unerlässlich.
Machen Sie den Termin bei Tageslicht und gutem Wetter.
Kommen Sie nicht alleine, bringen Sie – wenn möglich – jemanden mit Fachkenntnis mit.
Überprüfen Sie bei der Besichtigung alle Funktionen: Elektronik, Klimaanlage, Beleuchtung, Reifen, Bremsen, Innenraum, Karosserie, Lack.
Fragen Sie nach der Historie: Wurden größere Reparaturen durchgeführt? Gab es Unfälle?
Lassen Sie sich bei Probefahrten den Führerschein zeigen; als Verkäufer sollten Sie ein Pfand (Ausweis) einbehalten.
Während der Probefahrt:
Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche, Fahrverhalten und Kontrollleuchten am Tacho.
Prüfen Sie Schaltmechanik, Bremsen und Lenkung.
Die wichtigsten Dokumente beim Kauf/Verkauf
Folgende Unterlagen müssen übergeben und geprüft werden:
Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Fahrzeugschein und -brief)
Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung (HU)
Inspektions-/Serviceheft
Rechnungen über Wartungen und Reparaturen
Schlüssel (evtl. Codekarten), Bedienungsanleitung
Versicherungsbescheinigung/eVB-Nummer
Sonstige Gutachten und Fotos (z. B. bei Unfallschäden)
Ein lückenloser Nachweis über die Historie beugt Ärger mit Behörden und Versicherungen vor.
Geld und Übergabe – Sicher bezahlen, richtig abmelden
Zahlen Sie bei Privatgeschäften möglichst per Banküberweisung oder bei der Bank/auf der Zulassungsstelle; vermeiden Sie Bargeldübergaben ohne Zeugen.
Das Auto sollte erst nach vollständiger Zahlung und unterzeichnetem Vertrag übergeben werden.
Das Original der Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) gibt der Verkäufer erst nach Zahlung heraus. Notieren Sie die Daten des Personalausweises und erstellen Sie Kopien für Ihre Unterlagen.
Setzen Sie bei der Übergabe ein schriftliches Protokoll auf, das den Zustand des Fahrzeugs und die übergebenen Dokumente und Schlüssel aufführt.
Risiken beim Verkauf und wie Sie sich schützen
Privatverkäufer können die Gewährleistung ausschließen, haften aber für arglistig verschwiegene Mängel.
Folgende Risiken bestehen:
Verschleierte Unfallschäden, verschwiegene technische Mängel.
Manipulierte Kilometerstände (bei modernen Fahrzeugen per Datenauszug/KBA prüfbar).
Zahlungsausfälle und Betrugsversuche (z. B. Schecks, unseriöse Exporthändler).
Schützen Sie sich durch:
Einen detaillierten Vertrag mit Foto- und Mängelliste.
Übergabe erst nach Zahlungseingang.
Meldung des Verkaufs bei Ihrer Zulassungsstelle – abmelden bzw. ummelden unbedingt schriftlich bestätigen lassen und der Versicherung melden.
Besonderheiten: Export, Unfallwagen, Sonderausstattung
Exportverkäufe sind oft riskant, da Geldtransfers und Rückabwicklungen schwierig sein können.
Bei Unfallwagen müssen Sie dem Käufer eventuelle Schäden offen und wahrheitsgemäß offenlegen.
Für Sonderausstattungen, Umbauten oder Teile mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) alle Unterlagen bereitstellen.
Fazit – Sicher handeln beim Autokauf und Verkauf
Mit einem gründlichen Check, transparentem Vertrag und klarer Kommunikation lassen sich Risiken beim privaten Autokauf und -verkauf deutlich minimieren. Holen Sie im Zweifel fachkundige Hilfe, lassen Sie das Fahrzeug prüfen und achten Sie darauf, dass alle Formalitäten eingehalten werden – so sind Sie auf der sicheren Seite.